Bremsenumbau

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Bremsenumbau am T3

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Allgemeines

Die serienmäßige Bremsanlage im T3 ist im Artikel Bremse serienmäßig detailliert beschrieben. Hier sollen Umbauten der Bremsanlage charakterisiert werden, die entweder nur die Standfestigkeit oder aber auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit erhöhen sollen. Erinnert sei hier deshalb daran, dass die Zulassung der Serienbremse mit einer möglichen Höchstgeschwindigkeit bei Tuningmaßnahmen am Antrieb bei 165 km/h endet.

Verschiedene Anbieter verfolgen bei der Verbesserung der Bremse unterschiedliche Ansätze - nur Änderung der Bremse auf der Vorderachse oder auch Änderung der Bremse an der Hinterachse. Die meisten Anbieter bieten die Bremsenumbauten ohne Teilegutachten zur sog. Einzelabnahme an. Nur wenige haben Teilegutachten. Ganz allgemein erfolgt bei den meisten Anbietern auch nur eine Adaption von Serienbremsenteilen aus anderen Fahrzeugen über Adapter zur Anbindung an die serienmäßigen Befestigungspunkte im T3.

Des weiteren werden gerne Bremskraftverstärker mit größerem Verstärkungsfaktor eingebaut zur Verringerung der Betätigungskraft der Betriebsbremse. Einige derartige Umbauten sollen weiter unten auch genannt werden. Eine Umbaubeschreibung zu den einzelnen Umbauten soll dann in separaten Beiträgen erfolgen.

Hier genannte Angebote dienen nur zur Information. Bei Entfall von Angeboten, Änderungen usw. erfolgt keine Aktualisierung der Seite

Adapterlose Umbaulösungen an der Vorderachse

Dem Verfasser sind gegenwärtig nur 2 adapterlose Lösungen für die Verstärkung der Bremsen an der Vorderachse bekannt:

Südafrikabremse

Diese Bremsausrüstung ist eigentliche eine VW-Serienbremse am T3 2WD, die für die Fertigung der 5-Zylinder-Ausführungen des T3 in Südafrika in den 1990er Jahren dort eingeführt wurde. Die erforderlichen Teile sind allerdings nicht auf dem regulären VW-Ersatzteilweg in Deutschland erhältlich. Es existiert auch keine allgemeine Zulassung sondern nur ein Gutachten das ein Tuner http://www.vw-winkler.de erstellen ließ . Die Zulassung danach ist nur an eine max. Geschwindigkeit von 188 km/h gebunden. Der Bremssattel ist vom Typ ATE FN60. Die Anschlussmaße sind nur passend für die Achsschenkel der Faustsattelbremse am T3.

Diese Bremsausrüstung führt zu einer um etwa 8% veringerten Pedalkraft bei gleicher Bremswirkung und verbessertem Fadingverhalten (Angabe auf Basis überschlägiger Berechnung).

Die VW-Teilenummern der Teile lauten:

- Bremssattel links 996615123
- Bremssattel rechts 996615124
- Bremsträger r. u. l. 996615125
- Haltefeder 996615270
- Bremsbeläge 22S698151B (Textar T446, Belagfläche des einzelnen Belages 45 cm²)
- Bremsschlauch 22S611775B
- Bremsscheibe 22S615301 (Durchmesser 277,2 mm, Dicke 24mm)
- Radnabe BCY407613B (nackte Nabe ohne Radbolzen BCY407617D)

Busschmiedebremse

Diese Bremse ist bis auf die Radnabe aus VW/Audi-Serienteilen anderer Modelle zusammengestellt und benötigt keine Anbauadapter und die Spurweite bleibt unverändert. Die originalen Teilenummern sind aber nicht kenntlich. Einzelne Teile scheinen aber ggf. beim Einbau etwas nachgearbeitet zu werden. Es erfolgt eine Kennzeichnung mit firmeneigener Kennzeichnung. Diese Bremse hat eine Zulassung laut Teilegutachten (TÜV Pfalz Nr. 07-0237-00-01 vom 08.03.2007) für Höchstgeschwindigkeiten bis 192 km/h. Einbau und Abnahme erfolgen nur noch bei der Busschmiede im Haus.

Es handelt sich um eine Faustsattelbremse mit 57 mm Zylinderdurchmesser (ATE, vermutlich VW/Audi 8E0615123A und 8E0615124A), eine innenbelüftete Bremsscheibe mit 288 mm Außendurchmesser und 25mm dicke (Fabrikat Brembo, vermutlich eine Scheibe mit VW/Audi-Teilenummer 8E0615301Q bzw. 4A0615301C, -D, -E oder Aftermarket Brembo 09.5745.21), einen Sattelrahmen/-halter der ohne Adapter an den Achsschenkel passt und ursprünglich laut Gutachten Textar-Bremsbeläge (Textar-Nr. 21911 206 0 5 T490 bzw. z.B. VW/Audi 3A0698151).

Welche VW/Audi-Teile genau eingesetzt werden, ist dem Verfasser noch nicht bekannt. Bei den ersten Lieferungen scheint es sich bei der Radnabe jedoch um das Südafrikateil zu handeln, denn die im Guss vorhandene Teilenummer im Formteil (laut vorliegendem Foto-Dokument) lautet BCY407617D, ein eindeutiger Hinweis. In wie weit das ev. im Auflagemaß nachgearbeitet ist, ist unbekannt.

Diese Bremsausrüstung führt nicht zu einer Veränderung der Pedalkraft bei gleicher Bremswirkung, weil die Zunahme des Reibradius durch den kleineren Bremszylinderdurchmesser aufgezehrt wird. Nur die Standfestigkeit gegen Fading wird verbessert (Angabe auf Basis überschlägiger Berechnung).

Bilder

Bremse montiert Radmabe Sattelhalter
Busschmiedebremse-1.JPG
Busschmiedebremse-2.JPG
Busschmiedebremse-3.jpg
Busschmiedebremse-Sattelhalter.jpg

Umbaulösungen mit Adapter an der Vorderachse

Hansen-Motorsport

Hansen-Motorsport bietet 3 Umbaulösungen für der Vorderachse an. Allen gemeinsam ist, dass sich die Spurweite des Fahrzeugs vergrößert und dass sie nur per Einzelabnahme eingetragen werden können.

- JH-T3-996T-VA Hochleistungsbremsanlage "996 Turbo" für VW Bus T3 - Vorderachse

- JH-BAV-T3-AU-01 Upgradebremse auf Audi A6 Basis - 288mm Scheiben, ab BJ85

- JH-BAV-T3-AU-02 Upgradebremse auf Audi A6 Basis - 312mm Scheiben, ab BJ85

BoxerShop

Der BoxerShop bietet 3 Bremsanlagen unterschiedlicher Leistung an, die Gutachten für 180 PS oder 250 PS Motorleistung haben. Eine Abnahme ist aber auch nur dort möglich. In Bezug auf Änderung der Spurweite liegen dem Verfasser keine Informationen vor.

- BSA3001 Scheibenbremsanlage VA innenbelüftet, 4-Kolben-Porsche-Brembofestsattel, Bremsscheibe 288x25mm, Lochkreis 5/112, ab 15“ Räder

- BSA3004 Scheibenbremsanlage VA innenbelüftet, 4-Kolben-Porsche-Brembofestsattel, Bremsscheibe 315x28mm, Lochkreis 5/112, ab 16“ Räder

- BSA 3005 Scheibenbremse VA Innenbelüftet, Girling-Faustsattel, 315x28 mm, Lochkreis 5/112, ab 16“ Räder

Bremsenumbau an der Hinterachse

Hier gibt es verschiedene Varianten, die teils auf der Bremse des früheren VW-Sharan oder anderen Fahrzeugen aus der VW-Produktpalette basieren. Hier sind immer geeignete Adapter erforderlich.

Bremskraftverstärker

Ein Umbau des Bremskraftverstärkers (BKV) hat, wie oben schon genannt, das Ziel, die Betätigungskraft der Bremse zu reduzieren. Hier ist grundsätzlich auch zu bedenken, ob das Fahrzeug ABS hat oder nicht, denn Hauptbremszylinder (HBZ) für Bremsanlagen mit ABS haben einen etwas anderen inneren Aufbau als solche für Anlagen ohne ABS. Die Anwendung eines HBZ für Anlagen mit ABS für Anlagen ohne ABS ist dabei nicht kritisch - umgekehrt jedoch schon.
Hier sind 2 mehrfach ausgeführte Varianten zu nennen:

Umbau mittels des 10"-Bremskraftverstärkers aus dem BMW E30

Dieser Umbau ist im weitesten ohne einen Eingriff in das hydraulische System der Bremse möglich. Da der Hauptbremszylinder erhalten bleibt, kann dieser Umbau ohne Rücksicht auf ein ev. am T3 vorhandenes ABS durchgeführt werden. Dieser Umbau kann eigentlich bis auf den Tausch des Gabelkopfes der Druckstange und geringe Kollisionspunkte an der Lenkstockabstützung als "plug and play" bezeichnet werden.

Umbau mittels Tandem-Bremskraftverstärker aus dem VW-T4

Dieser Umbau kann nicht als "plug and play" bezeichnet werden. Als erstes ist zu unterscheiden, dass es dort 2 Systeme mit unterschiedlichem Hauptbremszylinder gibt:

- ATE mit 25,4 mm Durchmesser des Hauptbremszylinders
- TRW mit 23.81 mm Durchmesser des Hauptbremszylinders

Bei diesem Umbau muss immer die komplette Kombination umgebaut werden, da die Kolbenstange den richtigen Überstand aus dem BKV haben muss.

Ein Umbau mit den TRW-Teilen ist da beschrieben: Bremskraftverstärker T4 Tandem Umbau
Manche Informationen findet man auch dort: https://www.bulliforum.com/viewtopic.php?f=1&t=103385

Planung eines Bremsenumbaues

Wer sich mit dem Gedanken trägt einen Bremsenumbau selbst zu planen, sollte sich als erstes mit dem Leistungsvermögen der serienmäßig vorhandenen Bremse auseinandersetzen und dann rechnerisch die geplanten Komponenten mit den serienmäßigen vergleichen. Dazu muss man unterscheiden:

- Bremswirkung im Zusammenhang mit den Übersetzungsverhältnissen zwischen Betätigungskraft und Bremskraft
- Festigkeitsberechnung der Komponenten auf die auftretenden Belastungen
- thermische Auslegung der Komponenten auf Energieaufnahme und daraus resultierender Erwärmung.

Ein Weg zur Auswahl der Komponenten ohne Festigkeitsberechnung und thermische Auslegung ist die Verwendung von Teilen aus leistungsfähigeren Fahrzeugen mit höherer zulässiger Gesamtmasse. In Falle, dass man Adapter für die Anpassung benötigt, kommt man um den Nachweis der Festigkeit nicht herum. Für eine vernünftige Bremsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse kommt man jedoch nicht ohne Berechnung der Bremswirkung aus - am besten strebt man eine Balance an, die der Serienbremse entspricht.

Auf den folgenden Blättern sind die Formeln und der Rechenweg für die Berechnung der Bremskraftübersetzung für die Scheibenbremse vorne und die Trommelbremse hinten angegeben.

Berechnung der Serienbremse Seite 1.jpg
Berechnung der Serienbremse Seite 2.jpg
Berechnung der Serienbremse-Seite 3.jpg

Und als PDF: Datei:Berechnung der Serienbremse.pdf

Bremse-hinten Funktionsmaße.jpg

Im Bild rechts sind die Funktionsmaße für die äußere Bremskraftübersetzung am Hinterrad eingetragen.



Die thermische Auslegung einer Bremse ist wesentlich komplexer und wird vorläufig hier nicht behandelt.


Wer sich genauer mit den theoretischen Grundlagen befassen will sollte z.B. das Fachbuch Bert Breuer, Karlheinz H. Bill - Bremsenhandbuch Grundlagen Komponenten Systeme Fahrdynamik Verlag Springer Vieweg ISBN 978-3-8348-1796-9 zu Rate ziehen.

Literatur

- Bert Breuer, Karlheinz H. Bill - Bremsenhandbuch Grundlagen Komponenten Systeme Fahrdynamik, Verlag Springer Vieweg ISBN 978-3-8348-1796-9
- H. Elbl, W. Föll, W.Schlüter, M. Bell - Tabellenbuch Fahrzeugtechnik, Verlag Holland + Josenhans ISBN 978-3-7782-3510-2
- VW Bremsenschema 251 000 115 C eingesehen am 29.10.2018