Einspritzpumpe (ESP) am JX aus- und einbauen

Aus T3-Pedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wenn die Einspritzpumpe oder kurz ESP genannt undicht ist, aus anderen Gründen nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert oder sogar einen Totalschaden hat, dann muss sie wohl oder übel ausgebaut werden. Da die ESP, neben dem Motorblock selber, das wichtigste Teil am Motor ist, kann sie nicht mal eben durch Öffnen einiger Schrauben getauscht werden, denn sie wird über den Zahnriemen angetrieben, der für die genauen Steuerzeiten von ESP und Nockenwelle in Abängigkeit der Kurbelwelle verantwortlich ist. Nach VW Reperaturleitfaden braucht man vor allem zum Einbauen der ESP einige Spezialwerkzeuge und Messinstrumente, die nicht zur Standardausrüstung einer Hobbywerkstatt gehören. Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit die ESP zu wechseln, wo nur zwei dieser Spezialwerkzeuge, die man aber leicht selber bauen kann, und keine Messinstrumente benötigt werden. Dies soll in dieser Anleitung anhand einer DoKa mit dem 1.6 TD (JX) beschrieben werden.

ESP ausbauen

ESP im eingebauten Zustand Zunächst einmal ein kurzer Überblick, was alles gemacht werden muss, um eine ESP auszubauen. Folgende Teile müssen der Reihe nach demontiert werden: Der Kühlwasserbehälter, der Riementrieb samt Riemenscheiben, die Zahnriemenabdeckung, danach der Zahnriemen und das Zahnriemenrad an der ESP, der Gaszug, die Einspritz- und Kraftstoffleitungen und nach dem Lösen der ESP der KSB-Zug. Das hört sich erst mal alles recht einfach an und das ist es auch, wenn man sorgfältig arbeitet, vor allem bei den Vorbereitungen zum demontieren des Zahnriemens. Bevor man den Schraubenschlüssel in die Hand nimmt und sich in den Motorraum beugt, sollte man seinen Syncro so abstellen, dass kein Gang eingelegt ist, denn die Kurbelwelle muss sich von Hand bewegen lassen können.

Riementrieb demontieren

Um einen besseren Zugang zu bekommen wird zuerst der weiße Kühlwasserbehälter abgeschraubt und zur Seite gelegt. Als Nächstes werden vor der Demontage des Keilriemens die drei Imbusschrauben, die das Wasserpumpenrad befestigen, gelöst. Dazu drückt man den Keielriemen zwischen Kurbelwelle und Lichtmaschiene fest in Richtung Wasserpumpenrad um die Spannung des Riemens zu erhöhen. Mit der anderen Hand versucht man nun mittels eines Imbusschlüssels die drei Schrauben zu lösen. Wenn das geschafft ist, werden die Riemen entspannt und abgenommen, vorher sollte noch die Laufrichtung markiert werden. Nun kann das Riemenrad der Wasserpumpe fertig abgeschraubt werden. Danach wird das Riemenrad an der Kurbelwelle, das mit vier Sechskantschrauben befestigt ist, gelöst und abgenommen.

Bei Fahrzeugen mit Servolenkung ist darauf zu achten, dass hinter der Doppelriemenscheibe noch eine kleinere, einfache Riemenscheibe steckt, die teilweise relativ fest auf dem Kurbelwellenzapfen sizt, zur Not aber durch Hebeln mit einem Schraubenzieher abgedrückt werden kann. Wenn zwischen der Riemenscheibe an der Kurbelwelle und dem Endtopf zu wenig Platz ist, dann kommt man leider nicht drumrum auch noch den Endtopf zu demontieren. Nun kann problemlos die obere und untere Zahnriemenabdeckung abgeschraubt werden.


Kühlwassergehälter demontiert


Riementrieb


Schrauben der Riemenscheiben lösen


Einfache Riemenscheibe auf der Kurbelwelle, die unter der Doppelriemenscheibe montiert ist


Alle Riemenscheiben demontiert


Zahnriemenabdeckung abgenommen


Zahnriemen und Rad demontieren

Absteckdorn in ESP-Rad Nachdem der Zahnriementrieb nun freigelegt ist, dreht man die Kurbelwelle mittels eines 19er Schlüssels auf OT, so dass man die ESP, wie im Bild zu sehen ist, mit dem Absteckdorn arretieren kann. Als Nächstes werden an allen drei Zahnriemenrädern und am Zahnriemen selber die Positionen zueinander markiert. Die Markierung auf dem Zahnriemen macht man am Besten mit einem Stift, der zur Kennzeichnung von Autoreifen verwendet wird, also auf Gummi schreibt und die Zahnriemenräder reißt man mit einer Reißnadel oder ähnlichem an. Die Markierungen müssen deutlich zu sehen sein und dürfen auf keinen Fall verloren gehen, denn mit Hilfe dieser Markierungen wird der Zahnriemen später wieder aufgelegt.

Wenn die Markierungen angebracht sind, kann man die Mutter an der Spannrolle lösen, den Zahnriemen entspannen und abnehmen. Von nun an werden Kurbelwelle und Nockenwelle nicht mehr bewegt. Im nächsten Schritt öffnet man die Mutter mit dem das Zahnriemenrad der ESP auf der Welle befestigt ist. Der Absteckdorn, der das Zahnriemenrad immer noch arretiert, dient dabei als Gegenhalter. Sobald die Mutter abgeschraubt ist, kann man den Absteckdorn entfernen und das Zahnriemenrad mittels eines kleinen Abziehers von dem Konus auf der Welle lösen. Wenn man keinen Abzieher zur Hand hat, kann man auch von Hinten durch ein Loch im Verkleidungsblech das Rad mittels eines Durchschlages und Plastikhammer von der Welle lösen, allerdings sollte bei dieser Methode nicht zu rohe Gewalt angewendet werden, da dadurch das Rad, die ESP-Welle und deren Lagerung beschädigt werden können. Das heißt, wenn das Rad besonders fest sitzt, kommt man um einen Abzieher nicht herum. Wenn man das Rad von der Welle abnimmt, sollte man darauf aufpassen, das einem der Nutstein in der Welle nicht herausfällt und verloren geht. Den Nutstein sollte man zur Sicherheit aus der Welle nehmen und ihn zusammen mit dem Zahnriemenrad zu Seite legen.


Abgesteckte ESP mit Markiertem Zahnriemen und Rädern


Zahnriemen abgenommen


Abziehen des ESP Zahnriemenrades


ESP-Welle ohne Zahnriemen mit Nutstein im Konus


ESP lösen und ausbauen

Bevor man anfängt die ESP zu lösen sollten vorher alle Leitungen, der Gaszug und das Kabel für den elektonischen Absteller (ELAB) demontiert werden. Der Gaszug hat zwei Sicherungsbleche, die man leicht mit einem Schraubenzieher abziehen kann, bevor man ihn komplett von der ESP lösen kann.


Position der ESP im Halter markieren Als Nächstes kommt wieder ein besonders wichtiger Schritt, denn nun muss die Position der ESP in ihrem Halter markiert werden. Dazu gibt es, wie auf dem Bild zu sehen ist, oben auf dem Befestigungsflansch der ESP eine schmale linienförmige Erhebung, die parallel zur Welle verläuft. In Verlängerung dieser Erhebung wird wieder mit einer Reißnadel eine Kerbe in das Verkleidungsblech gemacht. Somit ist die Position der ESP im Halter markiert und für später festgehalten. Wenn diese Arbeiten erledigt sind, kann man die drei Befestigungsschrauben auf der Zahnriemenseite und eine Schraube hinten unterhalb der Abgänge für die Einspritzleitungen lösen und herausschrauben. Nun ist die ESP lose und hängt nur noch an dem Kaltstartbeschleuniger-Zug, oder auch KSB-Zug genannt. Um diesen zu lösen, wird die Schraube, die den Zug am KSB-Hebel fixiert gelöst und das Sicherungsblech an der Durchführung hinten an der ESP entfernt. Nun kann der KSB-Zug aus der Durchführung gezogen und die ESP herausgenommen werden.


ESP mit noch allen angeschlossenen Leitungen und Kabeln


Abbauen des Gaszuges


ESP ohne Einspritzleitungen und Gaszug


Lösen der hinteren Befestigungsschraube untergalb der Abgänge für die Einspritzleitungen


Lose ESP, an der nur noch der KSP-Zug befestigt ist


Motor mit ausgebauter ESP


ESP einbauen

Der Einbau der ESP geht logischerweise genau umgekehrt zum Ausbau.


Geschlitzte ESP Befestigungsschraube zwischen ESP und Zylinderkopf Zuerst wird wieder der KSB-Zug eingefädelt und befestigt, dann wird die ESP in ihren Halter geschoben und alle vier Befestigungsschrauben eingesetzt. Um das Einsetzen der Schraube, die auf der Zahnriemenseite zwischen ESP und Zylnderkopf sitzt, zu erleichtern, ist es sinnvoll ihr mittels einer Flex mit einer 1mm Trennscheibe einen Schlitz zu verpassen. So kann man die Schraube schön mit einem Schraubenzieher hineinschrauben und beim nächsen Mal natürlich auch wieder herausdrehen. Bevor die Schrauben allerdings festgezogen werden, wird die ESP so eingerichtet, dass die linienförmige Erhebung an der Flanschoberseite wieder genau mit der Markierung am Blech übereinstimmt. Nun können die Schrauben mit 25 Nm festgezogen werden.

Als nächstes werden wieder alle Leitungen, der Gaszug und das ELAB-Kabel angeschlossen und montiert. Alle Verschraubungen werden mit 25 Nm angezogen. Nun wird das Zahnriemenrad wieder montiert, dabei sollte man vorher den Konus leicht einfetten und natürlich darf man den Nutstein nicht vergessen einzusetzten, den dieser legt die genaue Winkelposition des Zahnriemenrades auf der ESP-Welle fest. Die Mutter, die das Zahnriemenrad fixiert, wird mit 45 Nm angezogen.


Spannrolle mit selbstgebautem Spannhebel Jetzt kann der Zahnriemen wieder aufgelegt werden, dabei ist natürlich peinlich genau darauf zu achten, dass alle drei Markierungen wieder übereinstimmen. Wenn der Zahnriemen wieder richtig sitzt, kann die Spannrolle gespannt und die Befestigungsmutter mit 45 Nm festgezogen werden. Zum Spannen der Spannrolle bastelt man sich am Besten einen Vierkantstahl mit zwei Stahlstiften im richtigen Abstand, wie die zwei Löcher in der Spannrolle, zurecht. Bei der richtigen Spannung des Zahnriemens sollte dieser sich zwischen Nockenwelle und ESP mit dem Daumen und "mittlerem" Druck/Kraftaufwand um ca. 10 mm nach unten drücken lassen. Wenn der Zahnriemen bei laufendem Motor pfeift, dann ist er zu stark gespannt. Zu locker darf er aber auch nicht sein, sonst besteht die Gefahr dass er überspringt, was einen kapitalen Motorschaden zur Folge haben kann. Zur Kontrolle ob auch alles richtig funktioniert, sollte man die Kurbelwelle zwei Umdrehungen durchdrehen, der einzige merkbare Wiederstand dabei sollte nur die Kompression im Motor sein.

Nun kann man wieder die Zahriemenabdeckung befestigen und die Riemenscheibe an der Kurbelwelle und der Wasserpumpe befestigen. Die Schrauben der Riemenscheibe werden mit 20 Nm angezogen. Als Nächstes werden die Keilriemen wieder aufgelegt und gespannt. Zum Schluss wird der Kühlwasserbehälter wieder montiert.

Vor dem ersten Start des Motors, wäre es sinnvoll die ESP wider mit Sprit zu füllen, indem man z.B. so lange an der Rücklaufleitung saugt bis Sprit ankommt. Nun muss nur noch so lange georgelt werden bis die Einspritzleitungen gefüllt sind. Meist dauert das so zwischen 30 und 60 Sekunden.

Unbekannter Autor im IG-Syncro 16" Wiki