Syncro Tachoritzelzuordnung

Aus T3-Pedia
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Bei den T3-Syncro ist im Kombiinstrument ein Tachometer mit der Wegstreckenzahl 1000 verbaut. Zur Bewältigung der großen Vielfalt aus Reifengrößen und Achsübersetzungen werden spezifisch zugeordnete Tachoantriebe im Achsantrieb eingebaut. Dieser Bauzustand führt zu den Getriebekennbuchstaben. Für eine exakte Anzeige muß die Tachowelle je Kilometer 1000 Umdrehungen liefern. In der StVZO ist definiert, dass nur eine definierte geringe maximale Abweichung nach oben zulässig ist, um trotz Reifenverschleiß eine stets nicht zu geringe Anzeige zu gewährleisten. Der Tachoantrieb im Getriebe ist durch ein sogenanntes Schraubradgetriebe (siehe Anmerkung unten) realisert. Ein Schneckengetriebe wäre in dieser Bauform nicht richtig montierbar. Es besteht aus dem Antriebsrad auf der Trieblingswelle (vulgo fälschlich "Tachoschnecke") und der seitlich eingesteckten Zahnradwelle ("Tachoritzel"). Da die Kardanwelle schneller als die abrollenden Räder dreht, ist eine Anpassung der Drehzahl notwendig, um der Wegstreckenzahl zu genügen. In den Tabellen findet man die verfügbaren Kombinationen und die Teilenummern der Tachoschnecken und der zugehörigen Ritzel.
Das Tachoritzel mitsamt der Führungshülse kann ohne Ausbau oder weitere Zerlegung des Achsantriebs gewechselt werden. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass jenes Tachoritzel verbaut werden muss, das zu der Tachoschnecke auf dem Triebling gehört. Zur sicheren Handhabung sind die Ritzel mit Farben und die Tachoschnecken mit seitlichen Rillen kodiert. Eine Montage eines weißen 19er Ritzels anstelle des originalen braunen 19er Ritzels führt trotz gleicher Zähnezahl zur rapiden Zerstörung des selben, weil der Eingriffswinkel der Verzahnung nicht konform ist. Ritzel sind aus Kunststoff, Schraubenräder aus Stahl.


Übersetzung Farbe für Getriebe mit Reifengröße Reifenabrollumfang ca. laut ETRTO Ersatzteilnummer Ritzel
8 / 19 weiß ACU
ADH
205/70 R 14
185 R 14 C
1964
1970
094 409 181 B
AAM, AHB 7.00 R 16 C 2373
8 / 20 schwarz 6N
ADM
205 R 14 C 2079 094 409 181 C
AAM
AHB
6.50 R 16
205 R 16 C
215 R 16 C
2263
2230
2288
8 / 21 rot 6N
ADM
205/70 R 14
185 R 14 C
1964
1970
094 409 181 D
ANB
ANC
6,50 R 16 C 2263
AAM
AHB
195 R 16 C 2184
9 / 20 beige AHU
AHT
7,00 R 16 C 2373 094 409 181 E
9 / 21 grau AHU
AHT
205 R 16
6.50 R 16 C
215 R 16 C
2245
2263
2288
094 409 181 F
9 / 22 blau AHU
AHT
195 R 16 C 2184 094 409 181 G
7 / 19 braun AOM
AOL
195 R 16 C
205 R 16
2184
2245
094 409 181 H
ALM
ALN
205 R 14 C 2079
8 / 18 oliv ACU
ADH
205 R 14 C 2079 094 409 181 J
AKH
AKF
205/70 R 14
185 R 14 C
1964
1970


Als Gegenstück gibt es drei verschiedene Schneckenräder:

Teilenummer Zähnezahl Getriebezuordnung
094 409 417 A 8 6N, ADM, ACU, ADH, AKH, AKF, ANB, ANC, AAM, AHB
094 409 417 B 9 AHU, AHT
094 409 417 C 7 AOM, AOL, ALM, ALN

Die Getriebezuordnung sollte man bei Vorderachsgetrieben, die nicht mehr im Serienzustand sind, bei Reparaturarbeiten genauestens überprüfen.

Die zu den Getrieben gehörigen Achsübersetzungen findet man im Artikel Getriebekennbuchstaben bei der Vorderachsgetrieben.

Die Daten sind überwiegend einem Artikel in Bulliforum.com entnommen und über den VW-Ersatzteilkatalog verifiziert bzw. korrigiert.

Anmerkung

Zitat aus Roloff/Matek Maschinenelemente Band 1, Normung, Berechnung, Gestaltung, 26. Auflage, ISBN 978-3-658-40914-2 (eBook), Kapitel 23:
Schrägstirnräder mit verschiedenen Schrägungswinkeln (β1 ≠ β2) aber mit gleicher Teilung und gleichem Eingriffswinkel im Normalschnitt ergeben gepaart ein Schraubradgetriebe, sie werden zu Schraubrädern (s. Kap. 20, Bild 20.1). Die Radachsen kreuzen sich unter dem Winkel Σ (meist Σ = 90°). Dadurch findet neben dem Wälzgleiten noch ein Schraubgleiten der Zähne statt, d.h. die Zähne schieben sich wie bei einem Schraubengewinde aneinander vorbei. Bei Σ < 45° sollte ein Rad rechts- das andere linkssteigend, bei Σ > 45° müssen beide Räder gleichsinnig steigend verzahnt sein. Durch das Kreuzen der Räder berühren sich die Zahnflanken nur noch punktförmig wie die Zylinderflächen gekreuzter Reibräder.
Vorteile gegenüber anderen Getrieben: Schraubräder können axial verschoben werden, ohne den Eingriff zu gefährden. Im Gegensatz zu Kegelrad- und Schneckengetrieben ist also eine genaue Zustellung der Räder nicht erforderlich (einfacher Einbau!).
Nachteile Schraubräder haben eine geringere Tragfähigkeit, einen höheren Verschleiß und einen wesentlich kleineren Wirkungsgrad als Stirnrad-, Kegelrad- oder Schneckengetriebe.
Schraubradgetriebe werden selten und häufig nur bei kleineren Leistungen und Übersetzungen i = 1 bis höchstens 5 verwendet, z. B. in Nebenantrieben.

Ein Schneckengetriebe bräuchte eine Mindestübersetzung von 1:5, die hier nicht gegeben ist.